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(c) Katrin Brockmann-Propp

(c) Katrin Brockmann-Propp

Auf der Flucht

Die Erschöpfung breitete sich immer weiter in meinen Gliedern aus.
Meine Lunge brannte, meine Beine zitterten und ich fürchtete bald würde mir beides versagen und ich würde meinen Verfolgern in die Hände fallen.
Ich rannte Haken schlagend dicht vorbei an alten Bäumen, damit sie hinter mir vielleicht die Kurve nicht rechtzeitig genug nahmen und dagegen rannten, doch hin und wieder stieß auch ich mit einem Stamm zusammen und meine Arme und Schultern zahlten den Preis dafür
Alles an meinem Körper schmerzte, aber ich trieb mich immer weiter voran durch den dichten Wald.
Die Schritte und Schreie meiner Häscher wurden nur vom Rasseln meiner Lunge und vom Pumpen meines Herzens übertönt, dass in meinen Ohren dröhnte.
Warum gab es hier kein Versteck für mich?

Gefrorene Blätter und Schnee knirschten unter meinen Sohlen, als ich durch das Unterholz rannte.
Egal wo ich hin lief, überall würden sie mich an Hand meiner Spuren im Schnee finden.
Es blieb mir nichts anderes übrig als weiterzulaufen und zu hoffen, dass sie irgendwann aufgaben.
Ich rannte einen weiteren Hügel hinauf, aber als ich oben ankam verfing sich mein Fuß in einer Wurzel und ich rollte auf der anderen Seite wieder hinab bis ich auf dem Boden der Senke dahinter auf dem Bauch liegen blieb.
Unter mir war es kalt und eisig, wie alles in diesem Wald, aber etwas war anders.

Tief Luft holend versuchte ich mich mit meinen Händen hochzudrücken, aber es fühlte sich an, als würden sie jeden Moment fest frieren.
Für einen Augenblick starrte ich auf meine Hände herab.
Zaghaft wischte ich den Schnee unter ihnen beiseite und legte eine Schicht aus Eis darunter frei.
Ein Blick nach vorne verriet mir, dass ich auf einem gefrorenen Fluss gelandet war.
Noch immer schnaufend richtete ich mich wankend auf der eisigen Fläche auf.
Meine Verfolger waren dicht hinter mir, also musste ich mich beeilen.
Auf wackeligen Beinen stehend sah ich mich nach einer geeigneten Fluchtrichtung um, doch als ich Rufe hinter mir hörte gab es nur eine Richtung für mich: vorwärts.

Ich versuchte zu laufen, aber das war keine gute Idee, denn sogleich geriet ich ins Schlittern und fiel erneut.
Fluchend versuchte ich mich wieder aufzurappeln, doch dann hörte ich auch schon den Ruf.
„Da ist er! Hinterher!“ schrie einer von ihnen vom Hügel herab.
Wieder stand ich auf zittrigen Beinen und versuchte vorwärts zu kommen.
Hinter mir hörte ich, wie meine Verfolger die Böschung herunter rutschten.
Ich musste mich beeilen.

Einen Schritt nach dem anderen bewegte ich mich über das glatte Eis, doch dann geschah es.
Ein tiefes Knarren, fast übertönt durch meine Verfolger, stieg zu mir auf und ich wusste was mir bevorstand.
Entweder würde ich beim nächsten Schritt im Fluss versinken oder meine Verfolger würden mich einholen, während ich darauf wartete, dass das Eis unter mir zerbarst.
Aber ich wagte es dennoch weiter.
Ein eisiger Tod war besser, als das, was mir blühte, wenn sie mich in die Finger bekamen.
Also ging ich voran, jeder Schritt begleitet vom Knarren und Knacken des Eises.
Ich kam besser voran als ich erwartet hatte, bis mein Fuß plötzlich den Halt verlor und ich begann den Fluss entlang zu rutschen.
Mein Schwung und die Glätte trieben mich weiter zur Flussmitte, trotzdem schaffte ich es im letzten Moment nach einer weit in den Fluss ragenden Wurzel zu greifen und mich daran festzuhalten.
Mühsam zog ich mich hoch und erhaschte einen Blick auf meine Verfolger, die ebenso vorsichtig wie ich über den Fluss schlichen.

Wenn ich jetzt wieder an Land ging würde ich eine kleinen Vorsprung haben und so hangelte ich mich an der Wurzel entlang zur anderen Seite der Senke.
Es war nicht einfach, da große Teile der Wurzel ebenfalls mit Eis übersät waren und meine Hände immer wieder daran abrutschten, aber nach einigen Mühen schaffte ich es dennoch.
Auf festem Boden angelangt kniete ich einen Moment, um das Zittern aus meinen Glieder zu vertreiben, aber als ich das neue Kommando hinter mir hörte, stand ich sofort auf und rannte weiter.
Irgendwo hier musste es doch einen Unterschlupf für mich geben.

Ich war nicht weit gekommen, als ich hinter mir ein lautes Knarren und Knacken hörte, bald darauf ein Geräusch des Zerbersten, gefolgt von einem noch lauteren Schrei, der mir durch Mark und Bein ging.
Neue Rufe wurden laut, aber keiner hatte mit mir zu tun.
Vor Schreck war ich stehen geblieben, aber jetzt setze ich meine Flucht fort.
Mit einem von ihnen im eisigen Fluss standen meine Chancen davon zu kommen besser als zuvor, auch wenn es mir ein wenig um ihn Leid tat, da es auch mich hätte treffen können, aber ich tat es Beiseite und konzentrierte mich darauf meinen Vorsprung weiter auszubauen.
Schließlich wollte ich meine Freiheit und die würde ich nicht bekommen, indem ich hier herum stand.
Also lief ich weiter.

– 800 Wörter (inkl. Titel)

Behind the scenes

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DE_Entw1 - buntAuch diese Geschichte hat gerade so unsere vorausgesetzte Wortzahl erreicht, aber da ich es geschafft habe, mein Laptop-Ladekabel in meiner Wohnung liegen zu lassen und mein Laptop daher jeden Moment ausgehen könnte, hab ich also nur diesen Teil reingestellt, vielleicht baue ich die Geschichte nächste Woche bzw. heute Abend noch etwas weiter aus, aber eigentlich finde ich, dass sie so schon recht rund ist.

Wie ihr sicherlich gemerkt habt sind wir momentan etwas hinter unserem eigentlichen Soll, aber da Fairy gerade viel Stress im Ref hat und ich mich von einer kreativen Phase zur nächsten Hangel, können wir leider nicht immer versprechen, dass auch tatsächlich eine Geschichte am Sonntag raus kommt. Ich/Wir hoffe/n, dass ihr das versteht.

Bis zum nächsten Mal.

PoiSonPaiNter

P.S. Ihr wollt auch eine Geschichte zu einem eurer Bilder? Dann lest hier nach wie es geht: Dein Bild – Eine Geschichte.

Die Rechte des Bildes liegen bei Katrin Brockmann-Propp, die der Geschichte bei mir. Eine Nutzung oder Weitergabe ist ohne unsere jeweilige Genehmigung nicht erlaubt.

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Lies auf Deutsch

EN_Entw1 - buntTranslation follows soon

P.S. You want to have a story for one of your pictures as well? Read here how it is done: Your Picture – A Story.

The rights for the story are mine, the ones for the pictures belong to Katrin Brockmann-Propp. Story and Picture are not to be used or copied without consent of either.

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